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  Interview mit Tom Tan, ehemaliger buddhistischer Missionar  

Zum ersten Mal traf ich Tom Tan, als ich an einer seiner Führungen durch verschiedene Tempel und religiöse Zentren in Vancouver teilnahm. Seine Lebensgeschichte, sein Christsein und auch seine profunde Kenntnis verschiedener Religionen beeindruckten mich tief.
Der ehemalige buddhistische Missionar arbeitet heute teilzeitlich als Gemeindegründer, Bibelschullehrer in Surrey, als Redner über Buddhismus und als Computerprogrammierer. Er ist verheiratet und außerdem Vater vier "vier
wundervoller Kinder". Zur Zeit ist er verantwortlich für die Gründung einer neuen multikulturellen Gemeinde in Coquitlam. Im dran-Interview erzählt er selbst von seinem Leben, seinen Gedanken und einigen Dingen, die
Christen über den buddhistischen Glauben wissen sollten.
In unserem Gespräch hat er außerdem erzählt, daß er und seine Frau überlegen, auch nach Deutschland zu kommen, um dort in Gemeinden über Buddhismus und andere fernöstliche Religionen zu sprechen. Seine Adresse oder e-mail ist über die dran-Redaktion zu erhalten.
Tom Tan
708 – 8 Avenue SW
Calgary, AB
Canada T2P 1H2

Wie bist Du eigentlich Buddhist geworden?

Ich wurde in Malaysia geboren, in einer chinesischen Familie. Die meisten Chinesen dort, eingeschlossen meine Eltern, waren Buddhisten. Also haben sie mich natürlich als Buddhisten aufgezogen und mich mit den Lehren Buddhas vertraut gemacht. Obwohl ich zu einer christlichen Schule geschickt wurde,
interessierte ich mich überhaupt nicht für den christlichen Glauben.

Was hat Dich dazu gebracht, sogar ein buddhistischer Missionar zu werden?

Als ich elf Jahre alt war, starb mein Vater an einem Schlaganfall - im Alter von 42 Jahren. Drei Jahre zuvor hatte meine Mutter schon einen Schlaganfall gehabt. Sie hatte ihn überlebt, blieb aber teilweise gelähmt. Als mein Vater starb, verlor sie ihren Willen zu leben. Sechs Monate später starb auch sie. Ich war wahnsinnig wütend auf Gott - falls es ihn überhaupt gab! Schon früh stellte sich mir die Frage: "Falls es einen Gott gibt, warum läßt
er dann zu, daß unschuldigen Menschen so schreckliche Dinge passieren. Ich schloß daraus, daß es keinen Gott geben durfte, sondern, daß es einige universale Gesetze geben mußte, die unsere Leben bestimmten. Zu dieser Zeit fand ich den Buddhismus wegen seiner Lehren sehr ansprechend: * Das Konzept des Karma", das soviel bedeutet wie Ursache und Wirkung; man erntet, was man sät. Ich dachte, das könnte erklären, warum ich schon so früh zum Waisen wurde. Außerdem beseitigte diese Vorstellung Gott von der Bildfläche. * Das Konzept der Reinkarnation, von Geburt und Wiedergeburt, das erklärt, daß ich wieder und wieder geboren werden muß, bis ich zu einem Buddha werde.

Buddha bedeutet "der Erleuchtete". Ich muß mir meine Erlösung durch gute Werke erarbeiten und dem "Dharma", den Lehren Buddhas, folgen, um zu einem Buddha zu werden.

Ich wurde von zwei weißen, amerikanischen buddhistischen Missionaren ausgebildet, die in mir den Eifer weckten, selbst als Missionar den Buddhismus weiterzuverbreiten. Im Alter von elf Jahren besuchte ich einen buddhistischen Tempel, in dem es wie in einer christlichen Gemeinde einen sonntäglichen Gottesdienst gab und auch eine Sonntagschule. Dieser Ort wurde von den zwei buddhistischen Missionaren aus den Südstaaten geleitet.
Buddhismus ist eine missisonarische Religion. Ich hatte Untericht in Sanskrit, einer alten indischen Sprache, so wie andere Teenager Grichiesch oder Hebräisch lernen.

Ich war zu dieser Zeit ein Antichrist und auch in meiner Herangehensweise/Ansatz/in meinem Handeln sehr antichristlich. Ich beschäftigte mich mit der Bibel, aber mit den falschen Motiven. Ich wurde darauf trainiert, die Schrift zu verdrehen, und so verwendete ich die Bibel, um Zweifel in die Gedanken meiner christlichen Freunde zu säen.

Wie sah dein Leben als buddhistischer Missionar aus?

Mit sechzehn Jahren wurde ich Mitglied der Malaysian Buddhist Missionary Society. 1969 ging ich im Rahmen einer Bankausbildung nach London und 1969 nach Hamburg. Ich traf dort nicht gerade viele gläubige Christen. Ich verbrachte einige Zeit in Europa, um die Kunst der Meditation zu erlernen. Als ich 1974 als Einwanderer nach Canada ging um dort für die Canadian Bank zu arbeiten, hatte ich das Ziel, die ganze Provinz B.C. (British Columbia) zu Buddhist Columbia zu machen. Ich kam nach Canada als ein "Zeltmacher", das heißt, ich war hatte eine volle Anstellung in einem säkularen Beruf und arbeitete gleichzeitig als Laienmissionar. Ich wurde zu zwei christlichen Gemeinden eingeladen, um dort über Buddhismus zu sprechen und leitete ein Seminar über Buddhismus an der Vancouver School of Theology, einem theologisches Seminar für liberale Christen. Ich repräsentierte den Buddhismus auf dem "Inter-Faith Coucil" (ökumenischen Kirchenrat) von British Columbia und warb aktiv für Buddhismus. Ich spürte, daß der Westen zu dieser Zeit sehr offen war, die "Weisheit" des Ostens aufzunehmen, fast ohne irgendeine Frage zu stellen. Als ich nach B.C. kam, gab es nur eine Handvoll budhistischer Tempel und Lehrzentren. Heute, gibt es mehr als 50 Tempel und buddhistische Zentren und sie wachsen immer noch weiter.

Was hat in Dir Zweifel am Buddhismus geweckt? Oder hast du von Anfang an am Buddhismus gezweifelt?

Als ich Buddhist war, hatte ich, glaube ich, keine Zweifel - eher ein Gefühl der Verzweiflung, eine fatalistische Einstellung wegen dieser langen, langen Reise die vor mir lag, in diesem Leben und dem nächsten, bis ich schließlich ein Buddha, ein Erleuchteter, würde. Zu dieser Zeit glaubte ich nicht an einen Erlöser Gott. Ich konnte mein gegenwärtiges Leben nicht verbessern, wegen meiner Vergangenheit. Ich konnte aber mein zukünftiges Leben nach einer Wiedergeburt verbessern, vorausgesetzt ich lebte ein gutes Leben, um ein besseres "Karma" zu bekommen. Ich mußte mich in meinen Gedanken und Taten üben, mich in Meditation üben, meine weltlichen Besitztümer aufgeben und den Lehren Buddhas genau gehorchen. Und trotz dieser ganzen harten Arbeit gab es keine Garantie!
Ich hatte keine Ahnung, wie viel gutes "Karma" ich mir eigentlich erarbeiten mußte, bevor ich mir eine bessere Wiedergeburt verdient hatte. Man konnte sich seiner Erlösung nicht sicher sein. Für einen Buddhisten bedeutet es genaugenommen einen Fluch, dieses Leben zu leben und er möchte ihm entkommen - heraus aus dem Kreislauf der Geburten und Wiedergeburten. Aber er hat keine Ahnung, wieviel mehr er noch tun muß, um ein Buddha zu werden und in das Nirvana einzutreten, der höchsten Ebene der Existenz, in die alle Buddhas eingehen.
Da ist außerdem dieses Gefühl der Einsamkeit bei Buddhisten, denn jeder ist für sich alleine - die Religion ist etwas Persönliches und jeder muß sich seinen eigenen Weg der Errettung erarbeiten. Wir konnten uns nicht auf unsere Mit-Buddhisten verlassen. Wir mußten uns um Weisheit und Leitung von unseren Mönchen, Priestern oder religiösen Lehrern, den Gurus, bemühen. Wir mußten uns denen zuwenden, die uns religiös überlegen waren, damit sie uns bei der Auslegung der Schriften und beim Einüben der verschiedenen Meditationsformen halfen. Die Gemeinschaft und die Unterstützung unter den Gläubigen war also nicht so besonders toll.

Und hast Du es geschafft zu leben, was Du gelehrt hast?

Wie ich schon gesagt habe, war es sehr schwierig ein hingegebener und guter praktizierender Buddhist zu werden. Ich lehrte damals die "Achtfachen Wege/Acht Wege" ((eightfold paths)) Buddhas, um das Karma zu verbessern und schließlich ein Buddha zu werden. Das sind 1. Die richtigen Ansichten (Einsicht/Verstehen); 2. die richtigen Absichten/Ziele (Streben nach dem Guten); 3. das richtige Reden; 4. das richtige Verhalten (Handeln) 5. die richtigen Mittel, um den Lebensunterhalt zu verdienen (Arbeit), 6. das richtige Bemühen, 7.die richtigen Ansichten/Gedanken, 8. Die richtige Meditation ((Hallo ihr dranner, vielleicht kennt ihr ja die exakten deutschen Bezeichnungen)).
Ein Irrtum oder Fehler und man hat alle Gesetze des Karmas gebrochen. Ich zum Beispiel war nicht ehrlich und beging einen Betrug. Als ich einmal sehr knapp bei Kasse war, nahm mir Geld vom Konto eines nichtgemeinnützigen Vereins. Ich war ihr Kassier und hatte leichten Zugang zu dem Geld, um damit meine Schulden zu decken.
Später schrieb ich diesem Verein einen Bekenntnis-Brief und gab zu, daß ich ihr Geld ohne eine richtige Vollmacht aufgebraucht hatte. Ich fühlte mich voller Schuld und sehr besorgt, wegen meines Karmas und den daraus folgenden Konsequenzen für meine Wiedergeburt. Zu dieser Zeit, so raffiniert wie die Gedanken manchmal arbeiten, versuchte ich, allen anderen die Schuld für meine Sünden uzuschieben. Ich suchte die Schuld bei meinen Eltern, weil sie so früh gestorben waren, ich gab meinen Freunden Schuld, die sich geweigert hatte, mir finanziell auszuhelfen, ich beschuldigte meine Arbeitgeber, weil sie mich nicht besser bezahlten und ich beschuldigte sogar den Verein, weil sie es zugelassen hatte, daß ich so leichten Zugang zu ihren Geldern hatte. Es war ihre Schuld!

Und was geschah dann?

Ich wußte, daß der Inhalt dieses Briefs Grund genug war, mich ins Gefängnis zu bringen. Meine Gedanken waren ziemlich durcheinander und verwirrt. Ich konnte die Schande kaum ertragen, für meine Tat ins Gefängnis zu kommen. Ich hatte den guten Namen meiner Familie beschmutzt und die Leute betrogen, die mir vertrauten. Am 11. Februar 1978 als ich gerade mit meinem Auto durch die Kanadischen Rocky Moutains fuhr, beschloß ich, mich umzubringen, indem ich mit meinem Auto einen Abhang hinunterstürzte. Genau an diesem Tag hatte ich mein
Radio angeschaltet und hörte von einer Boing 737, die beim Versuch im Cranbrook Flughafen zu landen, abgestürzt war. Es gab eine Menge Verunglückte, 42 von 48 Menschen verloren ihr Leben. Das rüttelte mich auf und brachte mich dazu, meine Selbstmordpläne noch einmal zu überdenken.
Ich musste drei Monate lang ins Gefängnis. Auf meinem Zimmer dort, fand ich eine Gideon Bibel. Ich las diese Bibel und ging Sonntags in die Gemeinde. Sehr bald wurde ich tief von den Versen Römer 12, 1-2 getroffen. Ich unterwarf mich Jesus und akzeptierte ihn als meinen persönlichen Herrn und Erlöser. Ich war froh, daß es Vergebung gab und einen Neuanfang für mich.

Wie hat sich dein Leben verändert, seitdem du Christ geworden bist?

Ich war blind, jetzt sehe ich. Seitdem ich Christ geworden bin, habe ich Frieden mit Gott und ich begann, mich seinen Plänen unterzuordnen.
Ich habe seine Gnade und seine Barmherzigkeit erlebt. Ich erzählte meiner Familie in Malaysia von dem Evangelium und viele von ihnen sind heute auch Christen. Durch Gottes Gnade bin ich nun damit beschäftigt, seiner Gemeinde zu dienen und von seinem Evangelium weiterzuerzählen.

Was genau machst du heute?

Ich arbeite zum Teil als Gemeindegründer, zum Teil als Bibelschullehrer in Surrey, als Redner über Buddhismus, Computer Programmierer und außerdem als Vater vier wundervoller Kinder.

Denkst du, es ist wichtig, daß Christen sich über Buddhismus informieren?

Ja, wegen der Täuschung und den falschen Lehren der Leute, die für Buddhismus werben. Die Menschen in Europa und Nordamerika haben nicht sehr viel Ahnung von diesen östlichen Religionen. Die tibetanische Form des Buddhismus ist zum Beispiel äußerst dämonisch und doch wird sie von Hollywood als etwas sehr Heiteres und Wunderschönes dargestellt.

Wie denkst du heute persönlich über Buddhismus?

Der Buddhismus hat einige sehr hohe ethische Standards und Prinzipien für das Leben. Dennoch, Buddhismus kann deine Seele nicht retten oder deine geistlichen Bedürfnisse füllen. Nur Jesus kann erretten.

Wo liegen für dich die wichtigsten Unterschiede zwischen Christentum und Buddhismus?

Der Buddhismus glaubt nicht an einen erlösenden Gott oder versteht Gottes Gnade. Er ist synkretistisch und kennt nichts Absolutes. Es gibt keine Vergebung für unsere Sünden - man muß hart arbeiten, um sich ein gutes Karma zu verdienen und so seine Sünden auszugleichen. Außerdem muß man einen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburten durchlaufen bis man das Nirvana erreicht. Viele dieser Lehren hängen mit der Tradition der Menschen zusammen. Der christliche Glaube bietet eine Wiedergeburt an - eine neue geistliche Geburt in Jesus Christus. Er bietet totale und bedingungslose Vergebung für unsere Sünden, weil Jesus sie vor 2000 Jahren am Kreuz bezahlt hat. Gottes Wort - die Bibel - verändert sich nicht und wir haben seine absolute Wahrheit. Der Heilige Geist wird uns diese ganze Wahrheit offenbaren.

Was denkst du darüber, daß Buddhismus in Europa und Nordamerika immer populärer wird?

Die durchschnittlichen Leute haben sehr wenig Urteilsvermögen. Alles, was importiert wird, muß einfach gut sein. Der Mythos von der "Weisheit aus dem Osten" ist für viele, die keinen Glauben haben, auf den sie bauen können, sehr ansprechend. Viele sind auch sehr desillusioniert von der christlichen Kirche und sind bereit, etwas Neues auszuprobieren. Trotz ihrer Anziehungskraft wurden viele Menschen emotional oder finanziell von einigen Buddhistischen Tempeln oder Lehrzentren verletzt. Sie sind aber zu beschämt, um es zuzugeben. Solche Menschen sollten von Christen erreicht werden.

Was hältst du von dem Dalai Lama?

Ich respektiere den Dalai Lama und habe schon viel über sein Leben und seine Kämpfe gelesen. Er bemüht sich um internationale Unterstützung, damit Tibet wieder ein freies Land wird. Sein Volk wurde unter dem chinesischen Kommunismus auf schreckliche Weise verfolgt. Trotzdem ist er kein lebender Buddha, ein "Erleuchteter". In dem kürzlich gelaufenen Kinofilm "Kundun", gab es mehrere Szenen, in denen er ein Medium über das Schicksal Tibets und was er tun sollte, befragen mußte. Wenn man ein Buddha ist, sollte man eigentlich weise genug sein, sich gemäß seines erleuchteten Wesens zu verhalten.

Du hast vorhin gesagt, der tibetanische Buddhismus, der in den Hollywoodfilmen gezeigt wird, sei eigentlich sehr dämonisch. Was meinst du damit?

Wenn man sich diese Filme kritisch ansieht, kann man sehen, daß der tibetanische Buddhismus für Tibetaner bestimmt ist, im Kontext ihrer Kultur und ihrer Traditionen. Der Osten läßt sich nicht sehr gut mit dem Westen vermischen.
Wegen der Unwissenheit im Westen denken viele Leute, der tibetanische Buddhismus sei der wirkliche Buddhismus. Es gibt zwei Hauptzweige im Buddhismus. Der tibetanische Buddhismus, der vermischt ist mit Animismus, Geister- und Naturverehrung und Schamanismus ist nur ein kleiner Unterzweig der zwei großen Hauptzweige. Er besitzt alle Kennzeichen von Dämonenanbetung und dämonischen Einflüssen.

Hast du selbst Erfahrungen mit dämonischen Kräften gemacht, als du Buddhist warst?

Nein, jedenfalls nicht auf furchteinflösende Weise. Ich war mir der ämonischer Kräfte um mich bewußt. Einmal als ich meditierte, bot mir ein Geist Kraft an, falls ich meine Meditation verbessern wollte. Er wollte in mir wohnen. Ich weigerte mich und das war eigentlich die einzige Begegnung, die ich mit dämonischen Geistern gemacht habe.

Was würdest du gerne an andere Christen über den Buddhismus weitergeben?

Wir müssen sehen, daß Menschen, die der buddhistischen Religion, dem New Age oder anderen Weltreligionen angehören, nicht- und ich wiederhole es noch einmal "nicht" unsere Feinde sind, sondern Opfer des Feindes, Satan selber.
Sie brauchen die Liebe Jesu Christi und wir müssen versuchen, sie mit seiner Liebe zu erreichen. Wir müssen hinter die Maske des Buddhismus gehen und sehen, daß seine Nachfolger in Gebundenheit leben.

Und was würdest anderen Buddhisten über den christlichen Glauben sagen?

Jesus allein kann retten und ihnen Hoffnung geben. All die Rituale und "guten Werke" sind nicht gut genug für eine bessere Wiedergeburt. Das Opfer, das Jesus vor 2000 Jahren gebracht hat, kann all ihr "schlechtes Karma" wegwischen. Buddha ist tot, und seine Lehren können die Menschen nicht erretten. Nur ein wahrer Gott kann den Menschen von seinen Sünden und seinem "schlechten Karma" erretten.

Vielen Dank für das Gespräch

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