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  Neli  

Meine Vorgeschichte beginnt in einer Kleinstadt in Schwaben. Ich habe zwei Geschwister und hatte keine unbeschwerte Kindheit. Meine Familie war evangelisch, aber zur Kirche ging man nur an Weihnachten. Aus meiner Konfirmandenzeit behielt ich lediglich das Vater Unser, das auch über viele Jahre mein abendliches Gebet war. Unser Spielplatz war ein Hinterhof in der Stadtmitte. Schon im Alter von zehn Jahren musste ich mich um meinen jüngeren Bruder kümmern, weil meine Mutter den ganzen Tag berufstätig war. Mein Vater war die ganze Woche auf Montage, meine Schwester schwänzte oft die Schule und war mit Freunden unterwegs. Wenn mein Vater am Wochenende zu Hause war, gab es immer Krach, weil er meistens betrunken war und dann auch oft aggressiv und gewalttätig. Ich hatte viel Angst um meine Mutter und meinen Vater habe ich verachtet.

Im Alter von elf Jahren wurde ich von unserem Nachbarn sexuell missbraucht. Mein Vater hat mich dafür verprügelt, meine Mutter hat nur geweint und der Nachbar musste für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Trotz aller schlechten Umstände war ich immer eine Musterschülerin, denn ich wollte allen zeigen, wie gut und brav ich doch bin und mir dadurch Liebe und Anerkennung erarbeiten. Leider funktionierte das nicht. Mein Wunsch, das Gymnasium zu besuchen, wurde mir verwehrt. Meine Eltern waren der Ansicht, dass die Realschule für ein Mädchen ausreicht. Ich war irgendwie ganz verloren, wünschte mir so sehr Sicherheit und Geborgenheit, so wie es bei meiner Schulfreundin war.

Mit sechzehn Jahren, als ich mein erstes eigenes Geld verdiente, zog ich von zu Hause aus, mit meinem damaligen Freund zusammen. In dieser Zeit begannen meine Rückenschmerzen. Ich war oft launisch, unzufrieden und depressiv. Mit achtzehn Jahren habe ich geheiratet und mit zwanzig eine kleine Tochter zur Welt gebracht. Aber meine Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung konnte durch nichts gestillt werden. Meine Rückenschmerzen wurden immer schlimmer. Mit vierundzwanzig bekam ich meine zweite Tochter. Ich hatte ständig Beschwerden und wurde zwei Jahre später wegen starker Rückenschmerzen operiert. Meine Ehe ging in die Brüche und es kam zur Trennung.

Da war ich nun: Siebenundzwanzig Jahre alt, zwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren, mit Rückenkorsett und ich hatte immer noch niemanden gefunden, der mich glücklich machte, der mich verstand, der mir half.

Zu dieser Zeit kam ich für mich zu dem Schluss, dass es wohl keinen Gott geben könne, denn sonst würde er mir doch helfen. Da waren ganz oft Selbstmordgedanken, doch die Verantwortung für meine Kinder bewahrte mich davor, mir das Leben zu nehmen. In meiner unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit ging ich immer wieder in die Männerfalle. Die Enttäuschung über mein Leben und über mich selbst wurde immer größer. Ich suchte Heilung für meinen Körper und meine Seele.

Zu dieser Zeit lernte ich meinen heutigen Mann Josef kennen. Da wir beide auf der Suche waren begannen wir, die Angebote der Volkshochschule gemeinsam wahrzunehmen. Es fing an mit Autogenem Training, später kamen Thai Chi, Shiatsu, Phantasiereisen, Erfahrungen mit Reiki und positivem Denken hinzu. Diese Erfahrungen gaben mir das Gefühl, meine Probleme anzugehen und aktiv zu sein.

Richtige Hilfe versprachen wir uns dann von dem konsequenten Einstieg in die Meditation. Unser Guru (Lehrer), der seine Lehren aus Indien bekam, erklärte uns das Ziel dieser Meditationen und Übungen. Es ging um das Einswerden mit dem Kosmos und die Wiedererlangung der eigenen Göttlichkeit. Wir besuchten viele kostspielige Seminare, lernten still dazusitzen, bis die Beine irgendwann nicht mehr schmerzten, lernten abzuschalten und uns in uns zu versenken. Hin und wieder kam es dabei vor, dass ich den Eindruck hatte, meinen Körper verlassen zu haben. Das war einerseits erschreckend, denn ich hatte Angst, nicht wieder zurückzufinden, andererseits aber auch faszinierend.

Wir lernten Gebete in der für heilig geachteten Sprache Sanskrit, sogenannte Mantren. Wir rezitierten die verschiedensten Mantren. Diese sollten zur Reinigung des Geistes dienen, um Raum für die Entfaltung der eigenen Göttlichkeit zu schaffen. Dazu war es nötig, neben der Meditation auch alles Negative zu vermeiden, wie z.B. böse Worte, schlechte Gedanken, Alkohol, Fleisch und Industrienahrung ... . Wir lernten, dass das Essen von Fleisch uns mit den negativen Energien des Metzgers und der Angst des Tieres in Verbindung bringen würde. Negative Energien mussten jedoch strikt vermieden werden. All das erforderte eine hohe Disziplin, denn wir wollten ja nicht, das alles was wir uns schon erarbeitet hatten, dadurch wieder zerstört würde.

Unser Guru führte uns in den Prozess der Mantren der fünf Elemente ein. Es sind Wasser, Erde, Luft, Feuer und Äther oder Himmel. Ziel war es, mit diesen Elementen eins zu werden. Die Mantren mussten ganz streng zu bestimmten Tageszeiten, an bestimmten Orten, genau vierzig Tage lang ab Neumond, täglich 108-mal rezitiert werden. Sobald eine Silbe falsch ausgesprochen wurde, musste man ganz von vorne anfangen. Das Wassermantra sollte entweder in der Badewanne oder unter der Dusche gesprochen werden. Während des Aufsagens des Erdmantras hatte der rechte Daumen in der Erde zu stecken, beim Feuermantra sollte man, möglichst ohne zu zwinkern, die ganze Zeit in eine Flamme schauen. Die Übungen dauerten oft ein bis zwei Stunden täglich und das manchmal auch schon vor Sonnenaufgang! Aber wir fühlten uns gut, wenn wir wieder vierzig Tage geschafft hatten, waren stolz auf unsere Disziplin und erhofften uns durch unsere Selbstreinigung die große Veränderung.

Jeder von uns hatte sich seinen eigenen Meditationsplatz eingerichtet und ihn mit Bildern von verschieden Heiligen und Gurus geschmückt. Auf diese meditierten wir auch. Zu ihnen gehörten Maria, aber auch besonders Jesus, den unser Guru als einen sehr weisen Lehrer verehrte und dessen heilende Christusenergie man anzapfen könne. Von Beginn an hatte das Bild von Jesus bei mir den Platz direkt vor mir und sprach mich mehr an als all die anderen.

Eines Tages wurde in unserer Stadt ein Vortrag mit dem Thema: „Buddhismus, Esoterik und Christentum – Unterschiedliche Wege zu Gott?“ angeboten. Wir besuchten ihn in der Erwartung, eine Bestätigung für unser Denken zu bekommen. Als wir feststellten, dass der Redner die Ansicht vertrat, dass der Inhalt der Bibel wahr sei, ging Josef nach dem Vortrag zu ihm, um ihm mitzuteilen, dass dieser von der katholischen Kirche gefälscht worden sei. Nach einiger Zeit kam Josef zu mir und berichtete, dass er sein Leben im Gebet mit dem Redner in die Hand Jesu gegeben hätte und drängte mich, dies doch ebenfalls zu tun. Etwas widerwillig folgte ich ihm und betete ebenfalls mit dem Redner. Der Pastor, der den Vortrag organisiert hatte, schrieb noch unsere Adresse auf und ohne zu begreifen, was wirklich geschehen war, verließen wir eilends das Haus.

Mehrmals versuchte der Pastor, mit uns telefonisch ins Gespräch zu kommen. Wir lehnten jedoch ab, weil wir Angst hatten, in eine Sekte zu geraten. Bis dahin hatten wir ohne Bedenken alle Praktiken anderer Religionen ausprobiert, hier hatten wir jedoch Vorbehalte. Letztendlich siegte unsere Neugier und wir sagten zu, als uns der Pastor zu einem Bibelkurs einlud. Wir wollten prüfen, was es mit diesem alten Buch auf sich hat und was daran wahr ist.

Gleich an den ersten beiden Abenden ging es um die Glaubwürdigkeit der Bibel, was für uns eine wichtige Grundlage war, dem Wort Gottes Vertrauen zu schenken. In diesem Kurs gab es keine Tabuthemen, alle Fragen waren erlaubt und wir hatten eine Menge Fragen, auf die wir auch Antworten fanden. Jedoch tauchten fast jeden Abend wieder neue auf. Wir behandelten z.B. Themen wie „Wer ist Jesus?“, „Warum musste er sterben?“, „Warum all das Leid?“, „Wer ist der Heilige Geist?“, „Was kommt nach dem Tod?“ und „Wie betet man?“. Während dieses Kurses fingen wir an in der Bibel zu lesen und entwickelten einen enormen Hunger nach Gottes Wort. Schon nach den ersten Kursabenden war uns beiden vollkommen klar: Unsere Suche ist hier zu Ende. Da war plötzlich eine so große Gewissheit, dass das, was wir hier gehört hatten, die Wahrheit ist. Der Nebel lichtete sich und eine Klarheit war da. Wir waren endlich angekommen. Eine überwältigende, nie gekannte Freude und Frieden kam über uns, und wir bekamen eine ganz neue Sicht auf die Dinge, die uns immer beschäftigt hatten.

Mein Herz sprudelte richtig über vor Freude, mir war dauernd nach tanzen und singen zumute, es fühlte sich fast so an, als ob ich frisch verliebt wäre. Zuerst konnten wir das alles gar nicht einordnen, was da mit uns passierte. Da wir zwei aber Menschen sind, die alles ganz genau wissen wollen und auch selber prüfen wollen, haben wir erst mal die ganze Bibel von 1. Mose bis zur Offenbarung durchgelesen. Vieles haben wir noch nicht verstanden, aber wir haben Stellen gefunden, an denen genau beschrieben ist, was wir selbst erlebt hatten.

Dort stand z.B., dass Gott diese Gewissheit schenkt, die bei uns auf einmal da war. Wir lasen von dieser Freude im Herzen, die einem keiner mehr nehmen kann, von der Liebe Gottes, die ausgegossen ist in die Herzen derer die glauben, von einem erneuerten Denken, von einem Vater im Himmel, der jeden einzelnen Menschen kennt und so sehr liebt, dass er seinen Sohn dafür geopfert hat, damit wir mit ihm versöhnt werden. Das Wort Gottes wurde für uns lebendig.

Wir mussten aber auch schmerzlich erkennen, dass Jesus Christus wegen unserer Sünden und Verfehlungen leiden und sterben musste, um uns mit Gott zu versöhnen. In der Esoterikszene gibt es so etwas wie Schuld und Sünden nicht. Im Gegenteil, uns wurde gesagt, wir seien göttlich und auch die dunklen Seiten seien ein Teil von uns, der integriert werden müsste. Anfangs fiel es mir schwer, meine Schuld zuzugeben und meine Sünden zu benennen, denn ich war es eher gewöhnt, mich in der Opferrolle zu sehen. Aber das Wort Gottes ist lebendig und voller Kraft und deckte nach und nach alles auf, was sich in den fast 40 Jahren unseres Lebens ohne Gott alles angehäuft hatte: Von Diebstahl bis Ehebruch, von Lügen und Betrügen bis Geiz und Neid, von Hass und Gier bis Stolz und Egoismus. Wir hatten uns selbst zum Gott gemacht und das ist Gott ein Gräuel.

Meine Schuld lastete schwer auf mir, aber ich erlebte, dass Gottes Wort wahr ist, wenn es sagt, dass er demjenigen vergibt, der seine Sünden bekennt. Im stillen Kämmerlein ging ich auf die Knie und betete. Ich bekannte dem Herrn Jesus alle meine Sünden in allen Einzelheiten, all den Schmutz, die Scham, alles Versagen meines ganzen Lebens. Ich schüttete ihm mein Herz aus und weinte hemmungslos alles heraus: All die Verletzungen, die ich erlitten hatte, all die Ungerechtigkeiten. Ich bat um Vergebung und erlebte eine große Befreiung. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich wirklich verstanden, geliebt und geborgen.

Es stellte sich eine nie gekannte Erleichterung und Freiheit ein, alle Abhängigkeiten wurden gelöst. Natürlich veränderte das unser ganzes Leben. Nichts war mehr wie vorher, das Alte musste weg, das passte nicht mehr. Wir sammelten alles zusammen: Alle Utensilien, die wir zu unserem Schutz, zur Reinigung und zur positiven Beeinflussung gekauft hatten, auch teure Steine und Bilder, kistenweise esoterische Bücher, alle Dinge, denen wir Macht über uns gegeben hatten. Auch der Mondkalender wurde abgehängt. Das Haus wurde gereinigt. Wir haben alles entsorgt und vernichtet. Ein kleines Vermögen.

Nur das Mäppchen mit den homöopathischen Kügelchen forderte mich heraus, denn damit behandelte ich regelmäßig meine Tochter wegen dauernd wiederkehrender Entzündungen im Rachen. Antibiotika wollte ich ihr nicht immer geben. Es fiel uns nicht leicht, aber wir entschieden uns, auch in dieser Sache Gott zu vertrauen und vernichteten das Mäppchen. Unser Vertrauen wurde belohnt, die Entzündungen tauchten nie wieder auf. Unsere neue Freiheit war einfach toll.

Auch unsere Beziehung brachten wir in Ordnung und heirateten zum nächstmöglichen Termin, nachdem wir bereits jahrelang zusammen gelebt hatten. Von da an gingen wir jeden Sonntag zum Gottesdienst, und alle 14 Tage trafen wir uns mit einer kleinen Gruppe bei uns zu Hause, um miteinander zu singen, füreinander zu beten und gemeinsam in der Bibel zu lesen. Die Gemeinschaft mit anderen Christen war und ist uns sehr wichtig und hilfreich.

Meine beiden Töchter beobachteten das alles sehr skeptisch und dachten, jetzt machen die schon wieder was Neues, lesen in der Bibel und reden von Jesus. Aber mit der Zeit merkten sie, dass sich etwas grundlegend verändert hatte. So wurden sie doch neugierig und wollten mehr wissen. Fast genau ein Jahr später kam das Rednerehepaar Kamphuis erneut zu Vorträgen in unsere Stadt und übernachtete bei uns zu Hause. An diesem Wochenende haben meine beiden Töchter ihr Leben Jesus Christus anvertraut, auch ein befreundetes Ehepaar, das wir aus der Esoterikszene kannten, luden wir zu den Vorträgen ein. Auch sie erkannten, dass sie auf dem falschen Weg waren und haben Jesus als ihren Retter angenommen.

Jesus sagt im Johannesevangelium:„Ich bin der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN, niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.“ Genau das haben wir erlebt. In Jesus haben wir alles gefunden, wonach wir jahrelang gesucht haben.

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