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  Emmi  

Eine Geschichte von Rebellion und Rettung
1. Sam. 15,23

Ich wurde als Tochter gläubiger Eltern geboren und hatte eine wirklich schöne Kindheit mit einer Mutter, die sich viel Zeit für uns nahm und einem Vater, der viel arbeitete, um seiner Familie alles geben zu können, was sie sich wünschte.

Wir besuchten sonntags den Gottesdienst. Zuhause wurde regelmäßig gebetet und meine Mutter las uns Kindern Geschichten aus der Bibel und christliche Erzählungen vor.

So war ich biblisch schon etwas „gebildet“ als ich mich mit ca. 13 Jahren bei einer Evangelisation bekehrte. Unter Tränen bat ich Jesus um Vergebung meiner bisherigen Schuld und übergab ihm mein Leben. ER sollte der Herr meines Lebens und ich wollte sein Kind sein.

Leider blieb ich nicht konsequent, sondern lehnte mich schon bald gegen vieles, was mich einzuschränken schien, auf. Ich hatte eine Led Zeppelin-LP gewonnen. Mit ihr erwachte meine Leidenschaft für harte Rockmusik. Wohlmeinende Menschen warnten mich – in den Texten seien Rückwärts-Botschaften (Teufelsanrufungen etc.) versteckt – aber diese Information weckte eher meine Neugier. Grenzen und Verbote reizten mich zum Überschreiten. Alles was anders war als die übliche Norm faszinierte mich, z.B. Hippies und farbenfroh gekleidete buddhistische Mönche. Keinesfalls wollte ich werden wie meine Eltern. Gegen meinen immer weiblicher werdenden Körper protestierte ich mit Diäten. Ich empfand es als „Sieg“ wenn es mir gelang, mehrere Tage nichts zu essen. Dann wieder hatte ich Heißhungerattacken und stopfte alles was ging in mich hinein, um mich anschließend schlecht und schuldig zu fühlen. Appetitzügler und gymnastische Übungen sollten mir helfen, meine Figur in Form zu halten. Verstöße gegen mein strenges, mir selbst auferlegtes Reglement betrachtete ich als Versagen. Mit 14 Jahren begann ich heimlich zu rauchen und hatte entsprechende Freunde. Als leidenschaftliche Musikhörerin liebte ich es zu tanzen und auf Partys zu gehen. Wenn meine Eltern es mir verboten, schlich ich mich heimlich weg, auch in „verbotene“ Kinofilme. Den Film „Shining“ (förderte meine Ängste sehr) und das Hippiemusical „Hair“ sah ich mir öfters an. Gegen Autoritäten lehnte ich mich konsequent auf und war stolz auf meine Unangepasstheit.

In der Schule beschäftigten wir uns mit esoterischen Techniken wie Gedankenübertragung und Handauflegung bei Mitschülern um Kraftfelder zu erzeugen. Wir übten uns auch in Hypnose (gelernt aus einer TV-Show) und automatischem Schreiben.

Durch den Gebrauch von Cannabis und Schlafentzug führten wir bewusst Halluzinationen herbei. Heute weiß ich, wie gefährlich dies für Geist und Seele ist.

Während dieser Jahre besuchte ich „brav“ (in löchrigen Jeans) die Gottesdienste, den biblischen Unterricht und später den Jugendkreis der Gemeinde. Am späten Abend zogen meine Freundin und ich dann durch den Ort, um Leute zu ärgern. Für die Legalisierung von Cannabis sprühte ich großflächig Parolen an Wände. Nun rebellierte ich nicht mehr allein gegen Eltern, Schule und Gemeinde, sondern auch gegen den Staat und dessen ¬– nach meiner Meinung – übertriebene Gesetze. Was richtig und was falsch war entschied ich selber.

Ich zog in die Großstadt, hatte einen ersten „richtigen“ Freund. Obwohl ich eine enthusiastische Partygängerin war, Haschisch und verschiedene Aufputschmittel konsumierte, ging ich manchmal zum Gottesdienst und sang sogar zeitweilig im Gemeindechor. Partys, Punk und Hardrock waren meine ständigen Begleiter.

Ich meinte mein Leben voll auszukosten, nahm jedoch immer mehr Ängste bei mir wahr. Nachts sah ich häufig in meiner Wohnung Fratzen und unheimliche Wesen in grauenhaften, nicht wirklich greifbaren Szenen. In Panik las ich dann manchmal laut in der Bibel oder klebte Bibelverse an die Wände („christliche“ Magie, die aber nicht half). Hin und wieder fuhr ich auch mitten in der Nacht zum Hauptbahnhof um unter Menschen zu sein und so der Angst zu entkommen. Einmal wurde ich vor Angst in meiner Wohnung ohnmächtig.

Ängste, Raubbau mit meinem Körper und zu wenig Schlaf führten nach einiger Zeit zu einem Nervenzusammenbruch.

An den Wochenenden besuchte ich meine Eltern, schlief aus, traf Freunde, ging tanzen. Abend für Abend betäubte ich mich mit lauter Musik. Weil ich mich oft unverstanden fühlte, kämpfte ich gegen alles und wurde innerlich immer härter, handelte zunehmend rücksichtsloser und egozentrisch. Trotz aller Rebellion gegen bestehende Normen und Werte, schien ich doch ein Verlangen nach Geborgenheit und Sicherheit zu haben; denn eines Tages entschied ich mich, meinen damaligen Freund, der zusammen mit mir in der „Szene“ war, zu heiraten. Meiner Mutter brach dieser Entschluss fast das Herz. Sie ahnte, was auf mich zukam. Und sie behielt recht. Meine Lebenssituation veränderte sich nicht. Meine unglückliche Ehe und meine zunehmenden Ängste förderten sogar den Kampf mit Hungern, Essen, Musik und Rauschmitteln. Ein befreundetes christliches Ehepaar sah mein Elend und kümmerte sich um mich. Beide meinten, meine nächtlichen Panikzustände hätten etwas mit der Musik zu tun, die wir von früh bis in die Nacht hörten. Weil ich so gerne von den Albträumen, bösen Visionen und Ängsten frei werden wollte, vernichteten wir unsere Platten und die Christen beteten mit mir. Es schien tatsächlich zu helfen. Aber, wie so oft, zog es mich nach kurzer Zeit wieder zu dieser Musik, Rauschmittel, neue Rock-LPs hielten Einzug und die nächtlichen Ängste traten wieder auf.

Wieder einmal war ich an einen Punkt gekommen, der eigentlich die Wende meines Lebens hätte sein können, doch ich blieb im Widerstand gegen vieles, was mir bis dahin lieb war.

Nach einiger Zeit wurde ich schwanger. Ich war überglücklich obwohl mein Mann keine Hilfe für mich war, gab sogar das Rauchen auf, ahnte jedoch nicht, dass mich die alleinige Verantwortung für das Kind völlig überfordern würde. Schlussendlich trennte ich mich von meinem Mann. Obwohl ich wusste, dass es nicht richtig war ließ ich mich rasch auf eine neue Liebesbeziehung ein und heiratete trotz etlicher Probleme. Nach schwerer Krankheit starb mein Mann. Als ich erfuhr, dass er mich fortgesetzt betrogen hatte, brach ich zusammen.

Während der monatelangen Krankheit kümmerte sich meine Mutter liebevoll um mich und mein Kind.
Schließlich verordnete mir ein Psychiater eine Therapie. Meine bisherige Lebensgeschichte, nebst Kindheit, sollte aufgearbeitet werden. Im Verlauf der 25 Sitzungen sah ich meine Mutter zunehmend kritischer und ging innerlich immer mehr auf Distanz. Mein Vater war inzwischen verstorben. Meine Mutter war sehr skeptisch über meine neuen (Selbst-)Erkenntnisse und so ging ich wieder einmal auf Konfrontationskurs. Ich wollte mein eigenes „Ding“ machen. Auch das bisschen Glaube, das noch in mir übrig geblieben war, wurde im Laufe der Therapie fast unmerklich zerstört.

Nach Abschluss meiner Therapie bot mir die Psychotherapeutin Sitzungen zum Erlernen des Autogenen Trainings an. Gerne stimmte ich zu. Erst heute kann ich sagen, dass hiermit eine neue negative Wende eingeläutet wurde. Die erlernten Techniken wurden mir zur alltäglichen Hilfe und Begleitung. Gott erklärte ich damals für nicht-existent. Stattdessen glaubte ich an Reinkarnation und hatte meine eigene Theorie darüber entwickelt. Die freundliche Beziehung zu meiner Mutter, der einzigen Person, die wirklich immer für mich da war und für mich betete, gab ich auf. Unser Verhältnis wurde sehr angespannt.

Die Fratzen, die ich auch schon von früher aus Einschlafsituationen gut kannte, erschienen wieder und machten mir große Angst. Sie schienen jetzt eher mehr in mir als außerhalb von mir zu sein. Eine überwältigende Depression verdunkelte schließlich mein Leben. Zeitweise fühlte ich mich wie tot. Ich war in einer schlimmen Lage – ich hatte nun keinen Gott mehr und nicht einmal eine Mutter, an die ich mich noch hätte wenden können.

Ich verfasste melancholische Texte und malte düstere Bilder, kämpfte gegen Essattacken und sehnte mich nach Liebe. Irgendwann begann ich, ein Traumtagebuch zu führen und beschäftigte mich mit Traumdeutung. Unter größter innerer Einsamkeit leidend beschloss ich schließlich, mir einen Gott wenigstens einzubilden. Ich war überzeugt, dass mir das beim Weiterleben helfen würde. Gelegentlich betete ich auch zu diesem „erfundenen“ Gott. Damit ging es mir tatsächlich ein wenig besser. Leider zog ich noch nicht die richtigen Schlüsse aus dieser Erkenntnis.

Durch einen Wohnungswechsel kam ich noch mehr mit der Geisterwelt in Berührung. Ohne dass ich es ahnte, sollte ich einen kürzlich Verstorbenen aus seiner Wohnung „herauswohnen“. Meine Vermieter, die sich Christen nannten, hatten seinem Geist mitgeteilt wer ich sei und dass ich ab jetzt in seiner Wohnung leben würde. Heute wird mir klar, warum ich in diesem Haus mehrere Erlebnisse mit Geistern hatte, die mich in Angst und Schrecken versetzten. Damals fand ich das Verhalten der Vermieter zwar merkwürdig, auch dass sie z.B. aus der eigenen Wohnung alle Spiegel verbannt hatten, mir war aber nicht bewusst, wohin ich geraten war. Längst hatte ich jedes geistliche Urteilsvermögen verloren.

Auf der ständigen Suche nach Glück und Liebe öffneten sich weitere Türen: afrikanisches Trommeln, rhythmische Bewegungsmeditation, Cranio-Sacral-Therapie, Übungen mit den „5 Tibetern“, Feng Shui, Tarotkarten und Familienaufstellung nach Hellinger (nach der ich mich völlig ausgelaugt fühlte). Heute weiß ich, dass man sich durch solche Aufstellungen gewissermaßen zum Medium macht. Fehlen durften natürlich auch nicht eine neue Liebesbeziehung und schließlich Ehe.

Mein Mann war überzeugter Atheist und hatte Erfahrung mit Horoskopen und Wahrsagerei. Als ich mir ein Horoskop erstellen ließ, machte der Astrologe ungefragt eine Bemerkung über meinen Tod, die mich viele Jahre sehr belastete. Mein Mann und ich führten eine Art offene Ehe, immer auf der Suche nach zusätzlichen Kicks . Schließlich war ich wieder einmal bereit, durch eine neue Beziehung mein Familienleben zu zerstören. Wieder brach ich aus dem Bisherigen aus, verließ Mann und Haus. Mit meinem neuen Freund, der ein leidenschaftlicher Tänzer und Partygänger war, führte ich ein ausschweifendes Leben - mein inneres Gleichgewicht geriet schließlich völlig aus dem Lot.
Ich spielte buchstäblich mit meinem eigenen Untergang, erkannte aber nicht, wie nah ich dem tatsächlich schon war.

Heute ist mir klar, dass all mein Leiden damals die Quittung dafür war, dass ich immer und zu jeder Zeit nur meinem eigenen Willen folgte und mich gegen jede Autorität und Regel auflehnte.

In einem versteckten Winkel meines Herzens wusste ich zwar all die Jahre hindurch, dass Gott mich liebte, kam aber nicht einmal auf die Idee, mein Leben von ihm bestimmen zu lassen. Hätte meine Mutter nicht all die Jahre für mich gebetet, wäre ich wohl zugrunde gegangen. So aber schickte mir Gott, als ich am Ende meiner Kräfte war, einen Menschen, durch den ER liebevoll begann, mich aus all meinem selbstverschuldeten Elend herauszuholen.

Dieser Mann war einfach für mich da. Ich verliebte ich mich nun nicht Hals über Kopf, sondern fand einen Platz zum Luft holen, Ausruhen, Wunden lecken. Das war bitter nötig. Er verschaffte mir Ruhe, Abstand und Zeit zum Nachdenken. Gemeinsam begannen wir mit dem gelegentlichen Besuch von Gottesdiensten und ich erzählte ihm von meinem früheren Glauben an den ich mich mit Wehmut erinnerte. Er war interessiert und ging gerne mit. Wir glaubten jeweils, des anderen wegen in die Kirche zu gehen, in Wirklichkeit war es Jesus, der begann, uns beide zu sich zu ziehen. Seinetwegen standen wir sonntags rechtzeitig auf. Nachdem ich mich endgültig von meinem bisherigen Lebensgefährten getrennt hatte, heirateten wir und begannen ein ganz neues, gemeinsames Leben.

Meine Umkehr zu Gott geschah Schritt für Schritt. ER stellte meine Füße wieder auf das feste Fundament des Glaubens an sein Wort. Durch mein ständiges Rebellieren hatte ich mich weit von Gott entfernt und so zeigte er mir immer neue Punkte, an denen ich Vergebung und eine neue Richtung für mein Leben brauchte.

Ich betete wieder, kaufte mir eine neue Bibel und erkannte, aus wie vielen Fehlern mein bisheriges Leben bestand. Unter Tränen bat ich Gott um Vergebung für all meine Sünden. Alles was ich in meinem Leben verbockt habe wurde mir vergeben und ich darf heute voll Dankbarkeit sicher wissen, dass Gott mich als sein Kind angenommen hat. Er heilte sogar meine kaputten zwischenmenschlichen Beziehungen. Schrittweise veränderte sich mein Leben, es dauerte aber einige Zeit, bis ich restlos ausgemistet hatte. Bilder, Horoskope, eigene Texte sind in den Schredder gewandert, Musik und esoterische Bücher wurden entsorgt. Das tat teilweise richtig weh, aber die anschließende Erleichterung, diese Dinge beseitigt zu haben, war viel größer!

Mein Mann und ich haben Jesus Christus unser ganzes Leben ausgeliefert und ER ist unser beider Herr geworden. In unserem Leben soll kein Platz mehr für Dinge sein, die gegen Gottes Gebote sind oder von ihm wegführen. Jesus hat die Albträume, die ich von Jugend an hatte, von mir genommen. Sie verschwanden mit dem Bekennen und der Vergebung der okkulten Sünden. Ich habe IHN um Befreiung von allen Wesen gebeten, die sich meiner bemächtigen wollten und die mich nachts ängstigten und mich aufschreien ließen. Auch Depressionen, Ängste und Horrorvisionen quälen mich nicht mehr und selbst das Thema Essen bereitet mir keinerlei Sorgen. Ich bin mit meinem Körper versöhnt und konnte das Rauchen endgültig aufgeben. Meine Abhängigkeit von der Rockmusik ist vorbei, im Gegenteil, sie ist mir zutiefst zuwider geworden. Ich habe ein starkes inneres Bedürfnis so zu leben, dass es Gott gefällt und trage zum ersten Mal seit früher Jugend meine originale Haarfarbe. In meinen früheren schwarzen Klamotten mag ich auch nicht mehr herumlaufen.
Mein Weg an Jesu Hand hat erst vor wenigen Jahren begonnen und ich staune, wie geduldig und freundlich er mich durch sein Wort leitet.

Es liegt spürbarer Segen darauf, Gott jeden einzelnen Tag zu weihen und für und mit ihm zu leben. Der Glaube an einen Gott der einen liebt, ist völlig sinnlos wenn er keine Konsequenzen hat. Hätte ich am Anfang dieses neuen Weges gewusst wie gravierend sich mein Leben verändern würde, hätte ich die ersten Schritte wohl kaum zu gehen gewagt. So aber bin ich aus einer immer auswegloser werdenden Situation durch Gottes große Liebe und Gnade gerettet worden. Der gute Hirte (s. Psalm 23) selbst (Jesus Christus) hat mich gesucht und in Sicherheit gebracht als ich am Ende meiner eigenen Kräfte war.

IHM allein sei die Ehre. ER ist der allmächtige Gott, der Wunder tut. Es gibt nichts besseres, als sich IHM anzuvertrauen, und das möchte ich jedem, der dies liest, von ganzem Herzen empfehlen.

Emmi (Name geändert)

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