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  Klaus Mesken  

Ein Leben gegeben
Mit meiner Geburt, am 13.02.1950 endete die Familienplanung meiner Eltern, eine streng katholische, neunköpfige Arbeiterfamilie im westlichen Münsterland.

Meine Mutter habe ich nur als kranke, aber sehr liebe Frau kennen gelernt deren Tage gezählt waren. Sie war eine streng katholische und liebenswürdige Frau. Als jüngster von neun Kindern, habe ich ihre Liebe wohl am meisten gespürt, aber wohl auch am meisten vermisst als ich sie mit 11 Jahren verloren habe. Mir schien damals, sie hätte alle Liebe mit ins Grab genommen.

Diese Liebe versuchte ich durch Essen zu ersetzen, sodass ich an Körperfülle zunahm, und mich so zu einem Außenseiter machte. Diese Esssucht wurde ca. ab dem 18.Lebensjahr in Trunksucht verlagert. Ich konnte mich selbst nicht ausstehen, und fand auch anderswo keine Anerkennung. Erst als ich etwas gegen die Trunksucht unternehmen konnte, wurde ich ein anderer Mensch. Ich lernte eine Frau kennen, habe nochmals Schulen besucht und bin in meinem Beruf sehr gut voran gekommen. Die Geburt unseres Sohnes war dann der Höhepunkt meines damaligen Lebens. Es gab sehr viele Wünsche, die uns erfüllt wurden. Eine gute Anstellung, Gesundheit, Mercedes, Wohnung mit Garten und finanzielle Sicherheit. Allerdings habe ich nie und nimmer für irgendetwas gedankt, bei wem sollte ich mich auch bedanken, war doch alles von mir verdient worden. Berufliche Veränderungen und die Unzufriedenheit meiner Frau führten zu Problemen in der Ehe, und der (un)heimliche Weg zur Flasche war nicht mehr weit. Nachdem meine Frau mich wegen eines Freundes verlies, erlag ich vollkommen dem Alkohol, und eine rasante Talfahrt bahnte sich an. Womit hatte ich das verdient? Am Tiefpunkt meines Lebens angekommen; keine Familie, keine Arbeit, keine Wohnung, streckte sich mir, auf meiner Suche nach Liebe eine Hand entgegen, die man im Volksmund Esoterik nennt. Nach 4 Jahren in dieser Szene, stellte ich fest, das hier Friede und Liebe nur kurzfristig zu finden war, und eine neue Sucht nach Lebenserfüllung in mir wach wurde, wie zum Beispiel Okkultismus. Jetzt war ich bereit meine Seele an den Teufel zu verkaufen.

Zu dieser Zeit wohnte ich schon in Hachenburg, und es ergab sich, das im unteren Teil des Hauses ein junges Ehepaar einzog. Von unserem Vermieter erfuhr ich, dass diese Leute wohl streng gläubig waren. Das machte mich neugierig, und so lud ich die neuen Nachbarn zusammen mit dem Vermieterehepaar zum Kaffee ein. Meiner strengen Beobachtung entging nicht, dass die jungen Leute sogar vor Kaffee und Kuchen beteten. Als ehemaliger Katholik war mir diese Zeremonie ungewöhnlich. Da die Küchenschränke in meiner Wohnung etwas schief hingen, bot es sich an, den neuen Nachbar, ein Schreinergeselle, zu fragen, ob er mir die Schränke richten kann. Schon bald kam er mit seinem Werkzeugkasten, und erledigte die Arbeit zu meiner Zufriedenheit. Da meine Wohnung wie eine Buddhistischer Tempel eingerichtet war, wusste er gleich aus welchem Lager ich komme. So fragte er mich nach getaner Arbeit, ob ich wüsste, das Jesus Christus auch für mich gestorben sei. Ich gab ihm einige Erklärungen aus esoterischer Sicht, dass Jesus gar nicht am Kreuz gestorben sei, und sagte ihm das andere Religionen weit aus toleranter seien als die Christen, und es letztendlich gleich sei, ob Gott männlich oder weiblich sei, Hauptsache religiös. Seine Einladung zum Vortrag eines ehemaligen Buddhisten, konnte ich natürlich nicht absagen. Auf diesem Wege, hörte ich zum ersten mal in meinem Leben von einer freien evangelischen Gemeinde und lernte sie kennen. Der Vortrag stimmte mich nachdenklich, und auch nach dem Gespräch mit dem Referenten und seiner Frau, blieben noch viele Fragen für mich offen. Offene Fragen bedeutet Neugierde. Eva und Rene (meine neuen Nachbarn), und ihr Verhalten entgingen meinem wachsamen Auge nicht. Ihre Einladung, mit in den nächsten Gottesdienst zu kommen, nahm ich daher gerne an. So lernte ich die Christen und ihr Verhalten kennen, ich sagte mir damals, hier wird das gelebt, was anderswo gepredigt wird. Am gleichen Nachmittag sahen wir noch einen christlichen Film zusammen, und am Abend wurde ich zum Treff einer Gefährdetenhilfe eingeladen. Die Teilnahme, bzw. Mitwirkung an Gottesdiensten war mir aus meiner Vergangenheit nicht bekannt. Hier durfte ich erleben, das junge Menschen mit Leib und Seele sangen und beteten. Der HERR selbst war in diesem Raum spürbar zugegen, und ich vernahm in mir den Wunsch so beten zu können, wie diese jungen Menschen.

Von Eva und Rene erfuhr ich, das sie für mich gebetet hatten, und ich fragte wofür, ich bin doch nicht krank. Heute weis ich wie krank meine Seele war. Da mein Interesse an der Bibel sehr groß war, boten sie mir an, jeden Donnerstag im Römerbrief zu lesen. So wurde jeder Donnerstag zum Feiertag. Zunächst wurde gekocht, dann gebetet und in der Bibel gelesen. Ich wollte nicht glauben, dass die Bibel 2000 Jahre alt ist, weil sie die heutigen Psychologen in den Schatten stellt. Von meinen Sünden nichts ahnend, teilte mir Gott durch Rene mit, wie ich mein Leben ändern muss. Natürlich besuchte ich gleichzeitig den ehemaligen Buddhisten, der derzeitig Pastor einer FeG war. In unseren Gesprächen wurde sehr schnell deutlich, auf welchem gefährlichen Irrweg ich mich bis Dato befand. Der Esoteriker sagt: „Der Weg ist das Ziel“. Nun kenn ich den waren Weg: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“. Joh. 14,6

Am 7.09.2000 habe ich bei diesem Pastor mein Leben an Jesus Christus übergeben. Ich stellte den Antrag, in die Gemeinde aufgenommen zu werden, und bat gleichzeitig um die Taufe. Nun bekam ich zu spüren, wer Jesus in sein Leben einlädt, bekommt auch den heiligen Geist zu spüren. Das heißt, der Geist Gottes teilte mir mit, was in meinem Leben noch zu bereinigen ist. So begann ein Stück harte Arbeit, die ich hier nicht vollkommen erzählen möchte. Mein größtes Problem war derzeitig, das ich die Gnade Gottes nicht annehmen konnte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass mir meine ganzen Sünden auf einem Schlag vergeben waren. Es war wohl mein Stolz, so viel Gnade ohne mein Dazutun, anzunehmen. Dann bat ich Gott, mich als seinen Diener anzunehmen, und um Mitteilung meiner zukünftigen Mitarbeit. Am nächsten Morgen las ich in meiner täglichen Andacht, „kümmert euch um die Alkoholiker in eurer Stadt“. Dieser Aufgabe stelle ich mich, und ich spüre eine enge Verbundenheit mit dem Lied „Ein Leben für Gott“. Aber auch mit Gott, so kann ich auf Gott vertrauen, denn ER wird’s richten. Das ist ein wahrhaftiges Versprechen, wovon ich als Christ immer wieder überzeugt wurde. Der Frieden des HERRN ist allezeit mit euch. Seither bin ich friedlich; zumindest wenn ich mich in der Nähe meines himmlischen Vaters aufhalte, was mir nicht immer gelingt. Immer wieder versucht mich die weltliche Macht, doch selbst dann, kann ich immer wieder zum Vater zurück. Der Begriff „Vater“ ist mir sehr wichtig geworden.

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